Wie du lernst, dein hochsensibles Kind zu verstehen - Gefühlsförderung

Wie du lernst, dein hochsensibles Kind zu verstehen

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Wenn dein Sprössling besonders feinfühlig, empfindlich und schnell überfordert ist, könnte er hochsensibel sein. Der Begriff ist seit einiger Zeit in aller Munde und immer mehr Eltern werden auf das Thema aufmerksam. Es ist eine große Herausforderung, hochsensible Kinder zu verstehen und zu begleiten. Sie benötigen viel Aufmerksamkeit und Unterstützung, damit sie später den Anforderungen des Lebens gewachsen sind.

 

Was Hochsensibilität bei Kindern bedeutet

Hochsensible Kinder verfügen dank ihrer feinen Antennen über eine prägnantere Form der Reizempfindung, als dies üblicherweise der Fall ist. Sinneseindrücke werden intensiver wahrgenommen, fast so, als würde ein Filter im Nervensystem fehlen. Der Vorteil dieser Veranlagung ist eine gute Intuition hinsichtlich der eigenen Emotionen. Außerdem offenbart sich die Umwelt solchen Kindern detaillierter, die zudem besser und schneller Zusammenhänge erkennen.

Der Nachteil ist, dass Betroffene rasch an einer Reizüberflutung leiden. Das führt dazu, dass sie mehr Zeit zum Verarbeiten der Informationen benötigen und daher früher erschöpft sind. Sie sind auch nicht in der Lage, Reize teilweise oder vollständig auszublenden.

Und so kann es auf Dauer, sollten keine Strategien zum Umgang mit der Hochsensibilität existieren, zur Überforderung und in weiterer Folge zu einem Verlust des Selbstwertgefühls kommen. Aufgrund ihrer stark ausgeprägten Empathie für emotionale Befindlichkeiten, sowohl die eigenen, als auch die anderer Personen, nehmen sie beispielsweise schon einen unbedeutenden Streit der Eltern als nahezu unerträglich wahr.

Ebenso schwierig für hochsensible Kinder sind viele optische und akustische Eindrücke gleichzeitig, wie etwa der Besuch auf einem Rummelplatz. Auch andere Einflüsse von außen stressen sie ungemein, wie z.B. Kleidung, die auf der Haut kratzt. Darüber hinaus können sie nur sehr schwer mit ungeplanten Veränderungen umgehen – mit kleinen, wie etwa einem Sitzplatzwechsel am Esstisch, und erst recht mit großen, wie einem Umzug von einer Stadt in eine andere.

„Mit einer Kindheit voll Liebe kann man ein ganzes Leben lang aushalten.“ - J. Paul

Hochsensibilität erkennen und anerkennen

Vielleicht hast du dich schon einmal gefragt, warum dein Kind zwar schüchtern in einer anderen Umgebung oder im Umgang mit fremden Menschen ist, zu Hause aber richtig aufdreht. Manchmal kann es gar nicht “runterfahren”, ist nervös, macht sich viele Gedanken um “Gott und die Welt” und schläft auch schlecht. Und hin und wieder legt es unvermutet ein sehr impulsives Verhalten an den Tag, das sich in einem Wutausbruch oder Schreikrampf entlädt, weil es förmlich “explodiert”. Trifft dies alles auf deinen Nachwuchs zu, bist du vermutlich Mutter oder Vater eines hochsensiblen Kindes!

Hier noch weitere Anhaltspunkte, welche deine Annahme bestätigen können.

Dein Kind …

– spürt intuitiv, wenn es einem anderen schlecht geht.

– kann nur schwer soziale Kontakte knüpfen.

– ist perfektionistisch und streng zu sich selbst.

– kann nur schlecht mit Misserfolgen umgehen.

– nimmt Geräusche und Gerüche intensiver wahr als andere.

– beobachtet gerne und aufmerksam.

– ist harmoniebedürftig und verfügt über einen hohen Gerechtigkeitssinn.

– ist äußerst hilfsbereit.

Mach dir bewusst, dass du bei der Unterstützung deines hochsensiblen Kindes vor einer großen Herausforderung stehst. Du bist aufgefordert, individuelle Lösungen zu finden, die es deinem Sprössling erlauben, trotz seiner Veranlagung ein halbwegs unbelastetes Leben zu führen. Doch gerade so besonders feinfühlige Wesen bereichern die Welt ungemein und haben in der Geschichte schon häufig bewiesen, wie wertvoll sie für die Gesellschaft sind.

 

Dein Kind ist hochsensibel – so gehst du mit der Herausforderung um

Wenn du deinem Kind dabei helfen willst, bestmöglich mit seiner Hochsensibilität umzugehen, kannst du es folgendermaßen unterstützen:

I. Auch wenn es Angst vor dem Versagen hat, ermutige deinen Nachwuchs, seine Komfortzone zu verlassen und neue Erfahrungen zu machen. Erfolgserlebnisse sind wichtig für hochsensible Menschen.

II. Wenn du es geschafft hast, dass dein Sprössling eine Veränderung vornimmt, begleite und ermutige ihn dabei. Willst oder musst du selbst dein Leben umkrempeln, bereite dein Kind rechtzeitig darauf vor oder beteilige es sogar an dem Vorgang.

III. Damit dein feinfühliger Nachwuchs Zeit dafür hat, Reize und Sinneseindrücke zu verarbeiten, sorge für ausreichend Entspannung. Er sollte zu bestimmten Zeiten im Laufe des Tages zur Ruhe kommen und Stress abbauen können.

IV. Dein Kind weiß, wenn es hochsensibel ist, ob du lügst oder dich verstellst. Bleib also stets authentisch und ehrlich, damit es nicht verunsichert wird oder sich sogar hintergangen fühlt.

V. Schaffe Strukturen und Grenzen, innerhalb derer sich dein Sprössling wohl fühlt. Stelle dabei aber zugleich sicher, dass er eine gewisse Flexibilität und Spontanität nicht vernachlässigt. Rituale vermitteln zusätzliche Sicherheit.

 

Hochsensible Kinder sind Kinder, die besonders empfindsam auf ihre Umwelt reagieren und intensiver auf Reize wie Geräusche, Gerüche oder Emotionen anderer Menschen reagieren als andere Kinder. Sie nehmen mehr wahr, verarbeiten Informationen tiefer und benötigen oft mehr Ruhepausen, um ihre Eindrücke zu verarbeiten. Hochsensibilität ist keine Störung oder Krankheit, sondern eine angeborene Eigenschaft, die sich auf die gesamte Persönlichkeit eines Kindes auswirkt. Es ist wichtig, dass du das Kind in seiner Sensibilität akzeptierst und ihm hilfst, damit umzugehen. Dazu gehört, dass das Kind die Möglichkeit hat, sich zurückzuziehen und seine Eindrücke zu verarbeiten, dass es keine überfordernden Reize ausgesetzt wird und dass es Raum bekommt, um seine Kreativität und Vorstellungskraft zu entfalten.


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